Archiv für November 2009

„Ein Hauch von Protest“ (13.11.09)

Pressemitteilung des Friedensbündnis Rosenheim vom 13.11.09
„Ein Hauch von Protest“
Friedensbündnis zieht eine gemischte Bilanz der Proteste anlässlich des öffentlichen Gelöbnisses.
Öffentlichen Gelöbnisse werden von ihren Kritiker_innen als vordemokratisches Ritual“ abgelehnt. Oftmals stören hunderte Gegendemonstranten die militaristische Propaganda. Anders verlief das Gelöbnis am gestrigen Donnerstag in Brannenburg. Nur etwas mehr als ein Dutzend Friedensaktivisten fanden sich auf der Wiese nahe des Talbahnhof der Zahnradbahn ein. Nach dem bereits vor Beginn des Gelöbnisses 500 Flyer an die Zuschauer_innen verteilt wurden, versuchten Friedensaktivisten kurz vor der Gelöbnisformel ein Transparent auszubreiten. Die Friedensaktivist_innen wurden jedoch innerhalb kürzester Zeit brutal von der Militärpolizei überwältigt. „Ich breche dir die Nase“ war die wörtliche Aussage eines Militärpolizisten während er einen friedlichen Antimilitaristen mit zugehaltenem Mund abführte. Nach dem Gelöbnis demonstrierten noch einige Kriegsgegner_innen vor der Karfreit-Kaserne mit Sprechchoren und Transparenten gegen den dort stattfindenden großen Zapfenstreich. Das Friedensbündnis Rosenheim zieht nach dem öffentlichen Gelöbnis eine gemischte Bilanz. „Es ist uns nicht gelungen das vordemokratische Ritual effektiv zu stören“ meinte eine Sprecherin des Friedensbündnisses selbstkritisch. „Trotzdem haben sich einige zivilcouragierte Menschen auch ohne öffentliche Mobilisierung entschlossen ihr Recht auf freie Meinungsäusserung war zunehmen und die öffentliche Kriegspropaganda anzuprangern. Es war wenigstens ein Hauch von Protest zu merken“. Die Einschränkung der Meinungsfreiheit durch den Militärapparat ist für das Friedensbündnis „unverhältnismäßig“, besonders kritisiert wird das gewalttätige Vorgehen der Soldaten wegen Nichtigkeiten, beispielsweise wegen Applaudierens.